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Aufstieg und Untergang eines Mythos

Die Firmengeschichte der Kreidler Metall- & Drahtwerke GmbH

Abteilung Kreidler Fahrzeugbau

 

 

Ausarbeitung von Carsten Kreinberg

Franz-Jürgens Berufskolleg, Klasse TMT 3-1

Kommunikation

Fachleiter: H.Kegel


Inhalt

1         Vorwort/ Einleitung

2         Die Firmengeschichte

2.1     Wie alles begann.

2.2     Die Kreidler Metall- & Drahtwerke GmbH

3         Kreidler Fahrzeugbau 1951-1982

3.1     Die Entstehung

3.2     30 Jahre Fahrzeugbau

3.3     Das Ende

4        Nachwort

5        Anhang


1         Vorwort/ Einleitung                                              

 

"Ran an die Kreidler, rauf auf die Kreidler und Du bleibst bei Kreidler."

Diesen Werbespruch kennt fast jeder, der in den 70er Jahren seine Jugendlichkeit erlangte.

 

 

Als der am 19.05.1863 geborene Anton Kreidler 1889 zur Zeit der Pferdekutschen die "Stuttgarter Telegraphendraht- und Kabelfabrik

A. Kreidler" gründete, ahnte er wohl kaum das die Fa. Kreidler in der Mitte des 20 Jahrhunderts einer der erfolgreichsten Hersteller für Motorräder der 50ccm und 80ccm Klasse in Deutschland sein wird.

 

Anton Kreidler war einer aus der Generation, zu der auch Industriegrößen wie Bosch und Daimler zählten, einer Generation der Deutschland die gesunde Grundlage seines wirtschaftlichen Wachstums verdankt.

 

Es war die Zeit des wirtschaftlichen Umbruchs. Viele erkannten die Zeichen der Zeit und setzten auf die Verwirklichung neuer Ideen, neuer Techniken und neuer industrieller Möglichkeiten.

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2         Die Firmengeschichte 

2.1      Wie alles begann. 

1889 gründete Anton Kreidler seinen ersten Betrieb, in dem Drähte für die Elektrotechnik bis zur dünnsten Abmessung von 0,05mm hergestellt wurden. Nach dem er diesen mit großem Erfolg führte, vereinte er diesen 1899 mit der Süddeutschen Kabelwerke AG und gründete im Jahre 1903 die Firma "Kreidler´s Metallwerk Anton Kreidler".

Im Gegensatz zu seiner alten Firma wurden dort Kupferbleche, Messingdrähte, aber auch Kupferdraht und Freileitungsseile für die aufkommende Telegraphie hergestellt.

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2.2       Die Kreidler Metall- & Drahtwerke GmbH.

1913 erfolgt die Umbenennung in Kreidler´s Metall- u. Drahtwerke GmbH.

In den folgenden Jahren wird die Produktion mit Hilfe einer Elektrogießerei auf Stangen und Profile aus Kupfer, Aluminium und Aluminiumlegierungen sowie Drähte aus Aluminium und Aluminiumlegierungen erweitert.

Am 28.6.1942 stirbt Firmengründer Anton Kreidler. Alfred Kreidler, der bereits 1924 in den Betrieb eingestiegen ist, übernimmt die Geschäfte und knüpft an die Erfolge seines Vaters an.

Im zweiten Weltkrieg kommt nach mehreren Luftangriffen die komplette Produktion zum Erliegen und nach dem Einmarsch der Alliierten werden alle Metallvorräte beschlagnahmt. 1946 wird das Werk auf die Reparationsliste unter Treuhänderschaft gestellt und von der amerikanischen Militärregierung für über ein Jahr beschlagnahmt.

Im Jahr1948 wird die Produktion nach der Währungsreform und Auflösung der Treuhänderschaft wieder aufgenommen.

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3        Kreidler Fahrzeugbau 1951-1982

3.1     Die Entstehung 

Einer persönlichen Neigung von Alfred Kreidler ist es zu verdanken, das die Kreidler Werke 1949 mit der Entwicklung von 50 ccm Motorrädern beginnen. Nach seinem Studium in den 20er Jahren sammelte er konstruktive Erfahrungen in der Autoindustrie, konstruierte dann selber Motorräder, baute und verkaufte diese unter dem Namen "Pan".

3.2     30 Jahre Fahrzeugbau 

Nachdem die ersten Entwicklungen abgeschlossen waren, wurden die ersten Prototypen getestet. Tausende Testkilometer später und nach begeisterten Presseberichten werden im Frühjahr 1951 die ersten Fahrzeuge mit der Bezeichnung "K50" auf dem Genfer Salon vorgestellt. Die Presse war begeistert über Technik und Aussehen.

 

 

 

Bild 1

Mit diesem neuen Produkt hat der Kreidler - Chef weltweit die Klasse der Leistungsstarken 50ccm Fahrzeuge aus der Taufe gehoben. Im Sommer 1952, einem Jahr nach dem Beginn Produktion, wurden bereits 10.000 Stück der "K50"gebaut.

Sehr bald stößt das Werk an seine Kapazitätsgrenze, so das eine neue Fabrik gebaut werden muss, in der die ganze Produktion untergebracht wird. Die Modellpalette wird erweitert und 1953 stellt Kreidler auf der IFMA seinen Kleinroller R 50 vor. Auch dieser Kleinroller wird zu einem Verkaufsschlager. Wieder stößt das Kreidler Fahrzeugwerk an seine Kapazitätsgrenzen. Ein weiteres Werk in Stuttgart Zuffenhausen wird erworben und ab 1954 werden dort die Junior und die Amazone hergestellt.

Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung kommen ab 1955 immer mehr Motorroller, Kabinenroller, Kleinwagen auf den Markt und das Motorradgeschäft ging rapide zurück. Auf dem Zweiradmarkt gab es nur noch 2 Bereiche in die es sich lohnte zu invertieren:

 

Motorroller und Führerscheinfreie Mopeds

 

Für die führerscheinfreien Mopeds bestand allerdings ein Gewichtslimit von 33 Kg, welches die Kreidler Motorräder nicht einhalten konnten und die Investitionen für die aufwendige Produktion von Motorrollern waren zu hoch.

Erst als neue Führerscheinklassen eingeführt wurden und das Gewichtslimit aufgehoben wurde, waren einige wichtige gesetzliche Voraussetzungen für Kreidler erfüllt und man begann ernsthaft mit den Mopedgeschäft.

Bei Kreidler wollte man nur noch ein Modell auf dem Markt haben oder im wesentlichen im Baukastensystem arbeiten. Alle diese Voraussetzungen waren einem Modell, an dem Kreidler schon länger entwickelte, wie auf den Leib geschnitten.

 

 

 

 

   Bild 2  Die legendäre Kreidler Florett  

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Die Florett sollte ein richtiges Motorrad werden, nur eben mit 50 ccm, und kein aufgeblasenes Moped. Blechpressrahmen mit integriertem Lenkkopf, über das Schutzblech tragende Vorderradschwinge, Vollverkleideter- Gebläsegekühlter Motor uvm. sollen für die kommenden Jahre die ausschlaggebenden Merkmale der Kreidler Florett sein.

Im Herbst 1956 wurde die Kreidler Florett auf der IFMA vorgestellt und ab Juli 1957 rollt dann die zweite Fahrzeuggeneration von den Fließbändern. Im Laufe der Jahre wurde die Florett immer weiterentwickelt und mit der Florett Super gelang Kreidler 1961 der große Wurf.

Mit 4,2 PS Motor und Fußgeschaltetem 4 Gang Getriebe stößt man in Fahrleistungsregionen vor, die sich nicht mehr verstecken mussten. Die Florett wurde so ein großer Erfolg, das bereits 1961 der Anteil aller in Westdeutschland produzierten Motorräder einschließlich der 50 ccm Maschinen 31% betrug. Dieser Anteil steigerte sich bis Anfang 1962 sogar auf 50%. Durch die fortlaufende Entwicklung wurden auch die Motoren immer Leistungsstärker. So wurde bereits 1961 im Gefälle der Fuchsröhre (Nürburgring) eine Geschwindigkeit von 105 km/h erreicht.

 

 

 

 

 

Bild 3

Am 23. Oktober 1965 stellte der rote Pfeil in der Salzwüste in Nordamerika den Weltrekord für Fahrzeuge mit 50cmm Motoren auf.

Die Geschwindigkeit betrug im Mittelwert 210,634 km/h.

 

 

 

 

 

Bild 4

1977 wurde dieser Rekord sogar auf eine Geschwindigkeit von 221,5861 km/h erhöht.

Seit 1965 sind Kreidler - Motoren also die schnellsten 50 ccm - Aggregate der Welt.

Ende der 60er Jahre müsste das Design der Florett, bedingt durch die Konkurrenz und die Kunden neu überdacht werden. Neben dem durchgangfreien Rahmen und der Telegabel wurde bei bestimmten Modellen nun auch ein 80 ccm Motor mit 5 Gang Schaltung eingesetzt.

 

 

 

 

Bild 5

 

Es entstand eine sportlich gestaltete Florett, mit der Kreidler ab dem Anfang der 70er Jahre in umgebauten Versionen auch in den Motorsport einstieg. Von 1970 bis 1983 wurde Kreidler insgesamt9 mal Weltmeister und 11 mal Deutscher Meister.

 

 

 

 

  Bild 6

 

1975 wurde neben der Florett ein zweites Standbein geschaffen.

Mit der “Kreidler Flory“ reagierte man auf den steigenden Mofa-Boom um auch die Jugendlichen ab dem 15 Lebensjahr als Zielgruppe zu gewinnen. Auch die Flory wurde mit ihren verschiedenen Versionen ein großer Erfolg.

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3.3         Das Ende 

Ende der 70er Jahre wurde bei der Fa. Kreidler noch gefeiert.

Am 28.4.1976 verlässt das 1.000.000 Fahrzeug die Fertigungsstrasse. Mit 60 verschiedene Typen und Modellvarianten die Kreidler in 27 Jahren Fahrzeugbau vorstellte, wird am 31.10.78 das 75jährige Firmenjubiläum gefeiert.

Doch nach dem Einbruch des Fahrzeugmarktes, bedingt durch das hohe steigen der Versicherungsprämien und Jahrzehntehrlanger Misswirtschaft der Geschäftsleitung in den Stammwerken, sind die Stuttgarter Kreidler Werke und damit auch der Fahrzeugbau pleite.

Am 20 Februar 1981 strömten die Kreidler Arbeiter wie immer durch die Werkstore, bis morgens der Betriebsrat zur Geschäftsleitung gerufen wurde. Ohne Umschweife wurde dem Betriebsrat mitgeteilt, dass die Firma beim Amtsgericht einen Liquidationsvergleich beantragt habe und alle Arbeitnehmer außer den Prokuristen entlassen seinen. Betroffen waren vor allen dingen die drei Stammwerke, in dehnen 900 der 1400 Mitarbeiter arbeiteten. Lediglich 420 Menschen waren damit beschäftigt Krafträder herzustellen.

Die Willner-Gruppe aus Ingolstadt übernimmt umgehend den Fahrzeugbau und gründet die Kreidler GmbH & Co KG.

Am 12. März 1982 stoppte dann der endgültige Konkurs die Fahrzeugproduktion und am 2. April 1982 läuft endgültig die letzte Kornwestheimer Kreidler vom Band.

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4         Nachwort 

Nach dem Konkurs der Firma wurden die Namensrechte verkauft.

Unter dem Namen “Kreidler Flory“ und “Kreidler Florett“ werden heute in Taiwan hergestellte Mofas und Roller verkauft, die aber mit den alten Kornwestheimer Modellen nichts mehr zu tun haben.


5         Anhang 

Quellenangaben:

1. Zitat

Schrader Motor Chronik

Kreidler Zweiräder 1951-1985

Schrader Verlag

2. Auflage 1998

Seite 7, oben

Alle anderen Angaben und Bilder:

Stegemann, Frank: Kreidler Museum, Erstellt: 16.12.1999

URL: http://www.kreidler-museum.de, gefunden am 25.07.2002

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